Auch bei der Jagd kommen Spektive zum Einsatz. Das gilt unabhängig davon, ob im Flachland gejagd wird oder im Gebirge. Welches Spektiv besonders tauglich ist für die Jagd, hängt dabei natürlich vom Anwendungsfall ab. Niemand möchte ein besonders schweres Objektiv über lange Distanzen schleppen. Große Objektive erweisen sich im engen Hochstand als untauglich. Eines lässt sich jedoch übergreifend feststellen. Bei der Jagd ersparen Spektive dem Jäger Wege. Sie sind deshalb ein nützlicher Begleiter.
Diesen Nutzen bringen Spektive für die Jagd
- Spektive ermöglichen es, Wild über große Distanzen zu identifizieren.
- Überflüssige Fußmärsche werden eingespart.
- Das beobachtete Wild wird nicht oder weniger gestört.
- Hochwertige Spektive (wie z.B. aus dem Hause Swarovski) aus höheren Preisklassen ermöglichen auch bei schwachem Licht (Dämmerung) ein klares Bild.
Testsieger und bewährte Modelle
Viele Jäger orientieren sich bei der Wahl ihres Spektivs an aktuellen Testsiegern aus Fachzeitschriften oder Online-Vergleichen. Diese Tests berücksichtigen Kriterien wie Bildschärfe, Kontrast, Robustheit, Bedienbarkeit und Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen.
Zu den häufig genannten Testsiegern zählen regelmäßig Modelle von
Aufgrund der besonderen Linsengüte und Lichtstärke überzeugen diese Premiumhersteller vor allem bei der Jagd in der Dämmerung. Für Jäger, die auf die Qualität etablierter Hersteller setzen möchten, können solche Testberichte eine hilfreiche Entscheidungsgrundlage sein. Einige dieser Premiumgeräte findest Du hier:
Preis: 1.275,00 EUR (Foto Erhardt)
ZEISS Conquest Gavia 85 mit Okular 30-60x
Preis: 2.025,00 EUR (Foto Erhardt)
ZEISS Spektiv Victory Harpia 85
Preis: 3.465,00 EUR (Optik-Pro)
ZEISS Spektiv Victory Harpia 95
Preis: 3.915,00 EUR (Optik-Pro)
Leica Spektiv APO-Televid 82 Set + 25-50x WW-Okular 2025
Preis: 3.330,00 EUR (Optik-Pro)
Swarovski Objektivmodul 85mm + ATX Okularmodul
Preis: 3.662,00 EUR (Foto Erhardt)
Swarovski Objektivmodul 95mm + STX Okularmodul
Preis: 4.012,00 EUR (Foto Erhardt)
Swarovski Objektivmodul 115mm + STX Okularmodul
Preis: 4.995,00 EUR (Foto Erhardt)
Praxistests: Worauf es wirklich ankommt
Im jagdlichen Alltag zeigt sich schnell, dass nicht nur die technischen Daten eines Spektivs entscheidend sind, sondern vor allem die Praxistauglichkeit. Ein gutes Spektiv sollte sich schnell und intuitiv bedienen lassen, insbesondere wenn es beim Ansprechen von Wild auf Sekunden ankommt. Auch die Fokussierung spielt eine wichtige Rolle: Sie muss leichtgängig sein, aber dennoch genügend Widerstand bieten, damit der Fokus nicht versehentlich verstellt wird.
In der Praxis spielt auch das Gewicht eine Rolle. Schwere Geräte von >2Kg Gewicht möchte kaum ein Jäger zusätzlich mit sich führen. Kompaktere Geräte haben wiederum geringere Lisengrößen und sind damit meist weniger gut für den Einsatz in der Dämmerung geeignet. Hier ist ein Kompromiss notwendig: Wer Gewicht reduzieren möchte, muss Abstriche beim Einsatz mit wenig Licht machen.
Ein Spektiv im Wald?
Nein. Ein Spektiv ist für die Jagd im Wald Unsinn. In dichter Vegetation kann ohnehin schlecht über lange Distanzen angesprochen werden. Sicher böte sich an, lange Schneisen mit einem Spektiv im Blick zu haben. Doch der Einsatz des Geräts wäre auf sehr wenige und zudem sehr spezielle Situationen reduziert.
Anders verhält es sich in offener Vegetation, in halboffenen Gebieten und in bergigen Gegenden. Sowohl vom Hochsitz als auch vom Boden kann hier das Ansprechen von Wild mit einem Spektiv helfen.
Praxis-Tipp: Wer bei der Jagd über ein gutes Fernglas verfügt, kann auf ein Spektiv häufig verzichten.
Günstige Spektive: Taugen auch Einsteigermodelle etwas?
Nicht jeder Jäger möchte sofort mehrere tausend Euro investieren. Es gibt durchaus günstige Spektive, etwa von Kowa, Vortex oder Celestron, die im mittleren Preisbereich solide Ergebnisse liefern. Besonders bei gutem Tageslicht sind diese Modelle absolut jagdtauglich. In der Dämmerung stoßen sie jedoch schneller an ihre Grenzen.
Wer eher tagsüber beobachtet oder selten ein Spektiv nutzt, ist mit einem günstigeren Modell gut bedient. Für Jäger mit hohen Ansprüchen oder regelmäßiger Nutzung lohnt dagegen langfristig die Investition in ein High-End-Gerät.
Praxis-Tipp: Wer noch unsicher ist, sollte mit einem günstigen Spektiv erste Versuche unternehmen und gegenfraglich später in ein High-End-Produkt investieren.
Stativ: Ein oft unterschätzter Faktor
Ein Spektiv entfaltet seine volle Leistung erst in Kombination mit einem geeigneten Stativ. Besonders bei hoher Vergrößerung sind kleinste Bewegungen sichtbar, sodass ein stabiler Stand unverzichtbar ist. Aus der Hand lässt sich ein Spektiv mit Vergrößerungsleistungen ab dem 20-fachen aufwärts nicht bedienen. Ein Stativ als zusätzliche Ausrüstung ist für die Nutzung des Spektivs essentiell.
Für den mobilen Jagdeinsatz eignen sich leichte Carbon-Stative oder kompakte Reisestative, die wenig Gewicht mitbringen, aber dennoch genügend Stabilität bieten. Auf dem Hochsitz darf es hingegen gern ein etwas robusteres Modell sein, da hier Transport und Gewicht eine geringere Rolle spielen. Ein Kugelkopf oder Fluidkopf erleichtert zusätzlich die ruhige Verfolgung von Wild.
Ausziehbares-Spektiv
Für den mobilen Jäger sind vor allem Ausziehspektive ein geeigneter Wegbegleiter. Hersteller wie Optolyth (produziert keine neuen Spektive mehr)oder Swarovski bieten verschiedene Modelle, die der Jäger jederzeit bei sich tragen kann.
Swarovski CTS85 Ausziehspektiv + Zoomokular 25-50x Ww
Preis: 2.390,00 EUR (Optik-Pro)
ZEISS Spektiv Dialyt 18-45x65mm, Geradeeinblick
Preis: 1.530,00 EUR (Optik-Pro)
Bei Ausziehspektiven sollte vor allem auf die Verarbeitung geachtet werden. Einer der Nachteile von Ausziehspektiven ist, dass sich kaum verhindern lässt, Schmutz und Feuchtigkeit über die Jahre aus dem Gerät fernzuhalten. Billige Produkte sind in der Regel früher verschmutzt und schneller hinüber als höherpreisige Geräte von Herstellern wie Swarovski.

Spektive für den Hochsitz
Viele Jäger bevorzugen auf einem Hochsitz Spektive mit Schrägeinblick (auch „Winkeleinblick“). Dieser Einblick lässt das Ansprechen von Wild aus engem Raum zu, ohne dass der ohnehin meist fehlende Komfort im Hochstand weiter eingeschränkt wird.
Vielen Jägern ist ein Spektiv auf dem Hochsitz jedoch zu generell zu sperrig und zu klobig. Auch der Transport nach oben über die Leiter ist kompliziert. Als Alternative entscheiden sich deshalb viele Jäger, ein Spektiv in Form eines Zielfernrohrs auf ihrer Waffe zu montieren.
In dem folgenden Video wird auf das Spektiv „Swarovski BTX“ aus der Perspektive eines Jägers eingegangen:
Ein Fazit zu Spektiv und Jagd
Die Wahl des passenden Spektivs für die Jagd hängt stark vom Einsatzgebiet ab.
- Pirsch: leichtes, kompaktes Spektiv, gern als Ausziehmodell
- Hochsitz: großes Objektiv, Schrägeinblick, stabiles Stativ
- Gebirgsjagd: robustes, leichtes Spektiv mit guter Dämmerungsleistung
- Gelegentliche Nutzung: solide Mittelklassemodelle ausreichend
Wer weiß, wie und wo er jagt, kann gezielt nach Modellen suchen, die genau diesen Anforderungen entsprechen.